Kulturelles Gedächtnis als gesellschaftlicher Auftrag
21.11.2011Droht unser kulturelles Erbe aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verschwinden? Experten aus Musikwissenschaft und Kirchenmusik, Vertreter von Landesmusikräten, Studenten und interessiertes Fachpublikum setzten sich am 11. und 12.11.2011 in Würzburg mit dem Stellenwert des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Bildung auseinander.
Prof. Dr. Jörg Gauger von der Konrad-Adenauer-Stiftung eröffnete mit einem engagierten Plädoyer für kulturelle Bildung den Kongress. Vor allem angesichts einer immer stärker von Ökonomie-Denken geprägten Gesellschaft sei sie unverzichtbar, betonte Gauger mit Nachdruck. BMR-Vizepräsident Wilhelm Lehr beleuchtete in seinem Referat die Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten von Schulmusik und Kirchenmusik. Prof. Dr. Christoph Bossert brachte auf den Punkt, dass die vielbeschworene Employability nicht alleiniger Bildungsmaßstab sein darf.
Das abendliche Konzert "Dialog der Tasten", konzipiert von Prof. Dr. Christoph Bossert, der auch an der Orgel der Neubaukirche mitwirkte, bot eine faszinierende Klang-Kombination von Thomas Tallis über J.S. Bach bis zu Siegfried Karg-Elert und Werken von Christoph Bossert selbst, an Orgel, Flügel, Pedalcembalo und Kunstharmonium.
In der Abschlussdiskussion des zweiten Tages, u.a. mit BMR-Präsident Thomas Goppel, dem Präsidenten des Landesmusikrats Baden-Württemberg Prof. Dr. Hermann Wilske und dem Würzburger Ordinarius für Musikwissenschaft Ulrich Konrad, entspann sich eine lebhafte Diskussion auch mit dem Publikum zu kultureller Wahrnehmung und kulturellem Gedächtnis, den damit verbundenen Chancen, Defiziten und Lösungsmöglichkeiten.
Der Kongress fand in Zusammenarbeit des Landesmusikrats Baden-Württemberg, der Hochschule für Musik Würzburg und des Bayerischen Musikrats statt.