Musik überwindet sprachliche und kulturelle Barrieren
05.07.2009Über tausend Besucher lauschten zum Festkonzert der „Europa-Tage der Musik 2009“ am Samstagabend unter freiem Himmel im Innenhof des Aschaffenburger Schlosses einer Musik, die vielseitiger nicht hätte sein können. Ensembles aus Schottland, Frankreich, Ungarn und dem Großraum Aschaffenburg boten Kunst, Können und Klänge aus ihrem Kulturkreis. „Musik verbindet“ – so Motto und Auftrag der Europa-Tage der Musik, zeigte sich hier in einem Wechsel der Stile und Darbietungen, die sich nahtlos miteinander verbanden und das Publikum bis weit über Mitternacht verzauberten. Diese Vielfalt war auch möglich, da die Abschlussveranstaltung der Europatage der Musik in diesem Jahr in die 10. Aschaffenburger Kulturtage eingebettet sind.
In seinem Grußwort unterstrich Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats, dass gerade diese Symbiose ein Programm ermöglicht, das an Qualität und Vielfalt kaum zu überbieten ist, eine musikalische Vielfalt von Rock und Pop über traditionelle Klänge bis Klassik, ausgeführt von Profis und Laien, und das im Rahmen einer internationalen Begegnung dank der Einbeziehung der Ensembles aus den Partnerstädten Aschaffenburgs.“
Das Festkonzert verfolgten auch viele Medienvertreter, allen voran der Bayerische Rundfunk. Erste Eindrücke von diesem Ereignis werden heute Abend im Bayerischen Fernsehen in der Frankenschau (18.05 Uhr), in der Rundschau (18.45 Uhr) und im Rundschaumagazin (21.15 Uhr) gezeigt.
Am Sonntag, den 19. Juli 2009 sendet das Radio um 15 Uhr auf Bayern 4 Klassik einen umfangreichen Bericht des Festkonzertes, eine Woche später am 26. Juli 2009 strahlt das Bayerische Fernsehen um 13 Uhr eine große Dokumentation der Europatage der Musik 2009 aus.
Durch das Programm des Festkonzertes führte gewohnt souverän und kurzweilig BR-Moderator Stephan Ametsbichler. Seine erste Ansage galt dem überwiegend mit Jungs zwischen 8 und 18 Jahren besetzten Percussionsensemble der Aschaffenburger Musikschule um Jörg Fabig, die virtuose Werke von Thomas Aldenhoff und Ney Rosauro musikalisch und technisch perfekt interpretierten. Das Ensemble vocal du Conservatoire aus Aschaffenburgs Partnerstadt Saint-Germain-en Laye mit vier Männer- und neun Frauenstimmen brachte unter der Leitung von Sylvie Bourillon vom klanglich problematischen Bühnenrand aus alte Meister und Neutöner auserlesener Chormusik zum Klingen. Zuvor hatte die Tanzgruppe Avas aus Aschaffenburgs weiterer Partnerstadt Miskolc mit farbenfrohen und ausdrucksstarken Tänzen zu originaler ungarischer Volksmusik einen eigenen Kontrapunkt gesetzt. Die Perthshire Brassband aus Aschaffenburgs Schottischer Partnerstadt beschwor in ausufernder Sanftheit die heimatlichen Highlands und brillierte, sicher geleitet von George Annan, mit einem originalen Bagpipe Set. Dass der Kammerchor „Ars antiqua“ sich längst an der Spitze bundesdeutscher Chormusikensembles positioniert hat, ist spätestens seit seinem Erfolg beim deutschen Chorwettbewerb in Kiel 2006 bekannt. Nach der Pause bestätigten die Sängerinnen und Sänger um Dirigent Stefan Claas mit einem Volksliedprogramm nicht nur den Grad ihres Könnens, sondern überzeugten durch noch weiter hinzugewonnene klangliche Reife, Dichte und Interpretationskunst. Ebenfalls leistungsstark zeigte sich das Symphonische Blasorchester des Blasmusikverbandes Vorspessart mit Harald Krebs am Pult. Nuancenreich und schwungvoll interpretierten sie Weisen aus Oper, Musical und Operette und setzten das musikalische „i“-Pünktchen zum Leharschen Vilja-Lieds mit der Sopranistin Judit Molnár.
Nach diesem in jeglicher Hinsicht außergewöhnlichen Konzert, das in der mit allen Akteuren gemeinsam angestimmte „Ode an die Freude“ von Beethoven gipfelte, hielt es die Anwesenden nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit Standing Ovations dankten sie den Musikern, die mit exzellenten Darbietungen an diesem Abend einmal mehr jede kulturelle und sprachliche Barriere überwunden hatten, was beim anschließenden Ausklang mit „New Jazztones“, der Bigband der Städtichen Musikschule Aschaffenburg, noch ausgiebig gefeiert wurde.
Seit 24 Jahren lädt der Bayerische Musikrat in der Zeit nach Sommerbeginn zu den „Europatagen der Musik“. Zwei Wochen lang bietet er Laien wie Profis eine besondere Plattform, um sich zu präsentieren. Die Idee stammt aus Frankreich. A lá „Fete de la musique“ singen, musizieren und tanzen Chöre, Blasmusikvereine, Orchester und kleine Gruppen auf Straßen, Plätzen und in Sälen. In diesem Jahr beteiligten sich rund 300 Ensembles mit über 6000 Musikerinnen und Musikern an den Europa-Tagen der Musik.