Musikbildung in Neuburg an der Donau
02.08.2011Am Anfang 1979 waren es gerade einmal 13 Teilnehmer, in diesem Jahr sind es 440 Teilnehmer und 55 Dozenten, die für zwei Wochen in Neuburg an der Donau zusammentreffen, um sich in den Kunstsparten Malerei, Bildhauerei, Druckgraphik, Goldschmiede, Foto, Film und Musik künstlerisch weiterzuentwickeln. Zur Eröffnung der 33. Neuburger Sommerakademie am letzten Juli-Wochenende lobte Dr. Thomas Goppel in seiner Ansprache die Weltoffenheit der Stadt und ihre Neugier auf „Impulse aus aller Welt“.
„Wenn man sich entschließt, auf Ferien am Meer zu verzichten, um lieber in alten Mauern seinen geistigen Horizont zu erweitern, dann muss das Angebot schon überzeugend sein“, betonte der Präsident des Bayerischen Musikrats und lenkte das Augenmerk auf die Musiksparte. Alte Musik, Klassik und Jazz bestimmen die Inhalte in Orchester-Workshops und Korrepetition, Gesang- und Instrumentalmusikkursen. Goppel: „Namhafte Künstler und renommierte Kursleiter geben hier ihr Bestes, um interessierten Musikern aller Altersklassen Tipps und Anleitungen zu geben, um sich künstlerisch zu verbessern und die Freude an der eigenen Musik zu steigern. Die täglichen Konzerte erfreuen auch das Publikum von außen während dieser Tage.“ Der Biagio-Marini-Wettbewerb, der einzige internationale Wettbewerb für Alte Musik in Bayern, der seit 1999 regelmäßig durchgeführt wird, sorgt für einen zusätzlichen Anreiz.
Neben der inhaltlichen Vielfalt und Qualität des Programmangebots betonte Goppel ein weiteres Positivum, die Offenheit der Sommerakademie für unterschiedliche Zielgruppen wie Hochschulstudenten, Musikschullehrer, freiberufliche Musiker oder fortgeschrittene Musikschüler. Goppel: „In Zeiten von Hochschulreformen, von Modulen und credit-points, von eng getakteten Pflichtveranstaltungen und geringem individuellen Freiraum in der Studiengestaltung macht es mehr denn je hohen Sinn, in der Sommerpause Gelerntes zu vertiefen und zu ergänzen, sich auszutauschen, über den Tellerrand des eigenen Curriculums hinauszuschauen und Kontakte zu knüpfen. Eine Sommerakademie wie in Neuburg ist dabei ein ideales Podium für interdisziplinäres Kennenlernen und spartenübergreifenden Austausch, was essentielle Komponenten für die eigene künstlerische Entwicklung sind.“ Dies sei gerade im Sinne der unerlässlichen Weiterbildung und des Postulats eines lebenslangen Lernens beispielhaft.
So rief Thomas Goppel am Ende den Neuburger dankbar und ermunternd zu: „Eine erfolgreiche Sommerakademie 2011 und dann weiter so, noch viele, lange Jahre! Ad multos annos!“
Bläserklassentag in Neuburg
Bereits zwei Tage zuvor erlebte der BMR-Präsident in Neuburg ein besonderes Musikereignis. Mehr als 2300 Schüler zauberten beim 1.Bayerischen Bläserklassentag am 28. Juli 2011 einen vielfältigen musikalischen Spagat von Märschen bis hin zu Auszügen aus Musicals. Kultusstaatsminister Ludwig Spaenle attestierte den jungen Musikern aus den sieben Regierungsbezirken Bayerns Bestnoten. Was in anderen Bundesländern längst zum Erfolg geworden ist, soll zukünftig auch in Bayern regelmäßig umgesetzt werden.