Bei der Jahresdelegiertenversammlung des Bayerischen Musikrates in der Hochschule für Musik Würzburg ging es nicht nur um die Arbeitsbilanz der zurück liegenden zwölf Monate, sondern auch darum, Weichenstellungen für die zukünftige Aufstellung des Dachverbands vorzunehmen. Dabei wurde der Fortbestand der beiden, den BMR konstituierenden Musikorganisationen „Aktionsgemeinschaft Musik in Bayern“ (AMB) für den professionellen und „Landesverband Singen und Musizieren in Bayern“ (LVSMB) für den Laienmusikbereich genauso hinterfragt wie die Kommunikation zwischen Präsidium/Generalsekretariat und den Mitgliedsverbänden oder die Mitwirkungsmöglichkeiten der Verbandsmitglieder bei Projekten und Maßnahmen bis hin zur Direktwahl von Präsident und Vizepräsident durch die Delegierten.
BMR-Präsident Wilfried Hiller betonte seine Offenheit gegenüber Reformen und der Bildung einer Struktur- und Satzungskommission, die den Veränderungsprozess in den nächsten Monaten einleiten soll. In seiner Rede führte er hierzu u. a. aus: „Ich habe Verständnis dafür, dass die Struktur und die Satzung eines Dachverbands, der vor 30 Jahren gegründet worden ist, von den Mitgliedern auf den Prüfstand gestellt werden und bin offen für alle konstruktiven Vorschläge, die uns weiter bringen und einen für die nächsten Jahrzehnte gut und solide aufgestellten Dachverband BMR gewährleisten. Der BMR selbst basiert auf der Verknüpfung noch älterer Verbände, nämlich der 1971 gegründeten AMB und des 1976 gegründeten LVSMB. Was damals sinnvoll und richtig war, muss hier und dort sicherlich den zwischenzeitlich vollzogenen Entwicklungen und Veränderungen Rechnung tragen. Hierzu sollten wir eine Struktur- und Satzungskommission einsetzen, über deren Zusammensetzung die Delegiertenversammlung zu befinden und zu beschließen hat. Das BMR-Präsidum hat es schon in seiner Sitzung am 3. Oktober für erforderlich gehalten, dass in der Kommission auf jeden Fall Vertreter der Bläser, der Musikschulen und der nicht staatlichen Orchester mitwirken sollen. Sehr klug finde ich auch den Vorschlag, den Vorsitz dieser Kommission einer externen Persönlichkeit anzutragen“.
Die Delegiertenversammlung entschied sich in Würzburg für ein Gremium unter dem Vorsitz des Präsidenten des Deutschen Musikrates und langjährigen BMR-Präsidiumsmitglieds Martin Maria Krüger, im Hauptberuf der Direktor der Fachakademie für Musik der Landeshauptstadt München. Krüger hat auf der Ebene des Deutschen Musikrates bereits zwei tiefgreifende Struktur- und Satzungsänderungen in führender Position begleitet. Seitens des LVSMB wurden Alfons Brandl, Peter Jacobi, Herbert Lorenz und Peter Winter, MdL entsandt, seitens der AMB Wolfgang Greth, Wilfried Hiller, Wilhelm Lehr und Ingrid Schrader. Als Protokollführer und Koordinator (ohne Stimmrecht) wurde der Geschäftsführer der Bayerischer Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft m. b. H., Jürgen Schwarz, bestimmt. Darüber hinaus ist das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gebeten worden, einen juristischen Sachverständigen (ebenfalls ohne Stimmrecht) als Berater für das Gremium zu benennen. Die Delegierten gaben der neuen Kommission mit auf den Weg, in der künftigen neuen Satzung die Direktmitgliedschaft im BMR, die Direktwahl von Präsident und Vizepräsident durch die Delegierten wie auch direktere Mitsprache der Mitglieder bei thematischen Fragen bzw. Projekten vorzusehen; mit dem Aufbau eines neuen Kommunikationskonzepts (z. B. in Form eines landesweit versandten E-Mail-Newsletters) wird sich das Präsidium schon in seiner auf die Delegiertenversammlung folgenden Sitzung befassen.
Auch für den Musikplan wurde unter dem Vorsitz von MR a. D. Dr. Dirk Hewig eine Kommission gebildet, der ferner Landrat Hanns Dorfner, Burkard Fleckenstein, Sylke Merbold, Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer sowie fünf noch zu benennende LVSMB-Vertreter/innen und (als Protokollführer/Koordinator ohne Stimmrecht) BMR-Generalsekretär Dr. Jörg Riedlbauer angehören. Noch vor der Sommerpause 2008 wird der BMR seine Mitglieder zu einer zusätzlichen außerordentlichen Delegiertenversammlung einladen, um die neue Struktur und Satzung wie auch die Fortschreibung des Bayerischen Musikplans zu diskutieren und zu verabschieden. Diese außerordentliche Delegiertenversammlung mit den beiden gewichtigen Zentralthemen „Struktur- und Satzungsreform“ bzw. „Bayerischer Musikplan“ tritt an die Stelle der für 2008 vorgesehenen Arbeitstagung; Thema der Jahresarbeitstagung 2009 wird unter der Leitung von Präsidiumsmitglied Wilhelm Lehr „Aktuelle Entwicklungen an den weiterführenden Schulen: Nachmittagsunterricht, Ganztagsbetreuung und G8“ sein.
Als Ehrengäste der Delegiertenversammlung sprachen der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Dr. Thomas Goppel, Rainer Boutter als Vertreter der SPD-Landtagsfraktion, der Kulturreferent der Stadt Würzburg Muchtar Al Ghusain sowie der Rektor der Hochschule für Musik Würzburg, Prof. Helmut Erb. Schülerinnen der Abteilung „Musikalische Frühförderung“ der Musikhochschule gestalteten den Musikbeitrag zu Beginn der Delegiertenversammlung.
Aus dem Tätigkeitsbereicht des Präsidenten/Präsidiums