BMR-Position: Für gerechtere Regelung

Am 13. November 2017 treten Lehrbeauftragte an Musikhochschulen und für Musik an den Universitäten in den Streik. Dazu hat die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) aufgerufen. Sie fordern eine Änderung des Hochschulpersonalgesetzes und damit höhere Honorare sowie eine soziale Absicherung.
 
Die Mitglieder im Bayerischen Musikrat sind davon überzeugt, dass das Anliegen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und für Musik an den Universitäten gerechtfertigt und überfällig ist. In der Jahres-Mitgliederversammlung am 11. November 2017 im Staatsministerium der Finanzen in Nürnberg votierten sie einstimmig dafür, dass sich das Präsidium für die Anliegen der Lehrbeauftragten einsetzt. BMR-Präsident Dr. Thomas Goppel: „Der Bayerische Musikrat bittet den Bayerischen Landtag, bei der Festsetzung des Haushalts den Nachteilsausgleich, der erbeten ist, zumindest stufenweise in Angriff zu nehmen und die Regelung bei der Vergabe von Lehraufträgen zu überarbeiten.“
 
Laut Lehrauftrags- und Lehrvergütungsvorschriften für die staatlichen Hochschulen in Bayern darf ein Lehrauftrag in der Summe höchstens neun, bei musikpraktischen Lehraufträgen für Lehramtsstudierende höchstens zwölf Semesterwochenstunden umfassen. Hintergrund für diese Regelung ist, dass man damit Musikern ein Zubrot zusichern möchte, die einem Hauptberuf nachgehen und durch ihre Erfahrung die Lehre bereichern.
 
Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass die Lehrbeauftragten häufig einzig diesem „Nebenjob“ nachgehen, der nur auf Honorarbasis erfolgt und keine Sozialleistungen wie Urlaubs- und Krankengeld, Altersvorsorge oder Kündigungsschutz enthält. Hochschulen und Universitäten haben dies befördert, indem sie verstärkt auf die hochqualifizierten Lehrbeauftragten zurückgriffen, wo es an Professorenstellen mangelte und in beidseitigen Einvernehmen die vorgeschriebene Maximalstundenzahl (laut Umfrage über 50% der beschäftigten Lehrbeauftragten) überschritten.
 
Nun fordern die Hochschulen und Universitäten ihre Lehrbeauftragten auf, die Zahl der Stunden in der Summe ihrer Tätigkeiten zu benennen und, wie in Würzburg geschehen, zu erklären, dass es sich dabei ausschließlich um einen Nebenjob handelt. Thomas Goppel: „Das ist entwürdigend. Wir sprechen hier von hochqualifiziertem Personal, das in beiderseitigem Einvernehmen Lehraufträge übernommen hat und jetzt die Verantwortung übernehmen soll für die Überschreitung einer Regelung, die dringend der Überarbeitung bedarf.“

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