Durchgängig musische Förderung im neuen G9

Ende Juli 2017 hat das Bayerische Kultusministerium die Stundentafel des neuen bayerischen Gymnasiums vorgestellt. „Musische Begabungsförderung wird danach durchgängig ermöglicht“, stellt BMR-Präsident Dr. Thomas Goppel fest und verweist darauf, dass „angesichts der vielen Interessen, die hier zu berücksichtigen waren, mit Blick auf die Musik von einem soliden Ergebnis gesprochen werden darf." 

In einem Schreiben von Dr. Ludwig Spaenle an den Präsidenten des Bayerischen Musikrats im August 2017 betont der Kultusminister: „Musisch-ästhetischer Bildung mit ihren affektiven Lernzielen kommt innerhalb des gymnasialen Fächerkanons eine besondere Bedeutung zu. Dieser Bedeutung muss auch das neue bayerische Gymnasium gerecht werden. Daher war es mir auch persönlich ein wichtiges Anliegen, die musisch-ästhetische Bildung kontinuierlich in allen Jahrgangsstufen zu verankern.“ 

Die Fächer Kunst und Musik sind im neuen Bayerischen Gymnasium in der Unterstufe (Jgst. 5-7) mit jeweils 2, in der Mittelstufe (Jgst. 8-10) jeweils mit 1 Wochenstunde eingeplant. An musischen Gymnasien kommt je 1 Instrumentalstunde, sowie in den Jahrgangstufen 8-10 je 1 Profilstunde hinzu, die für Zusatzangebote im Bereich der musischen Bildung genutzt werden kann. In der Jahrgangsstufe 11 können die Schüler mit Blick auf die Qualifikationsphase der Oberstufe zwischen einem jeweils zweistündigen Angebot in Kunst und Musik wählen. 

Thomas Goppel: „Die Stundentafel lässt Raum für individuelle begabungs- und interessensgerechte Schwerpunkte.  Außerdem bietet der wieder freie Nachmittag zukünftig zusätzlichen Raum, in Zusatz- und Wahlangeboten an der Schule oder außerhalb der Schule im Privaten besonderen musischen Neigungen zu folgen. Das bezeichnen wir für die Musik als wirklichen Gewinn.“  

Ende April 2017 hatte der Ministerrat der erneuten Einführung des neunjährigen Gymnasiums mit der Möglichkeit zur individuellen Verkürzung der Lernzeit auf 8 Jahre zum Schuljahr 2018/19 zugestimmt. Am 11. Juli 2017 beschloss der Ministerrat den Gesetzesentwurf in der nach der Verbandsanhörung geänderten Fassung und leitete ihn dem Landtag zur weiteren verfassungsgemäßen Behandlung zu. Der hat ihn am 18. Juli 2017 im Plenum des Bayerischen Landtags in Erster Lesung behandelt. Wenn das Parlament nach der Sommerpause den Gesetzesänderungen auch in Zweiter Lesung zustimmt, werden diese zum 1.8.2018 in Kraft treten.

Der Beschluss zur Einführung des neuen Gymnasiums ist Teil eines weitreichenden Bildungspakets „Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Das Bildungspaket umfasst neue, auch altbekannte Schwerpunkte: Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung - Ausbau von Inklusion und Stärkung der Förderschulen - Stärkung der Grund- und Mittelschulen sowie der Realschulen - Zukunftsinitiative Berufliche Bildung - Fit für die Zukunft: Fördern und Forschen - Stärkung der Schulleitungen und der Schulverwaltung. Das neue bayerische Gymnasium schafft Luft nicht nur für neue kognitive Akzente wie die Digitalisierung, sondern auch Gelegenheit, andere als die eigenen Lernqualitäten zu entdecken. "Das gefällt sicher nicht nur unserer Musikerriege," fügt Goppel seiner spürbar vorgetragenen Genugtuung über die Leistungskataloge in der Gymnasialen Bildung hinzu.

zurück