Unser Weg: Am Anfang steht das Singen

"Jedes Kind hat ein Recht auf musikalische Bildung. Grundlage musikalischer Bildung ist das aktive Musizieren und nach meiner Erfahrung hier zuerst das Singen!", sagt Karl Zepnik, künstlerischer Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. In seiner knapp drei Jahrzehnte dauernden Tätigkeit als Gesangspädagoge und Dirigent hat er beobachtet, dass das Singen als aktive Musizierform im Alltag und in der Gesellschaft auf dem Rückzug ist. Um dieser Entwicklung langfristig entgegenzuwirken hat er seit 2008 Modelle entwickelt, die den natürlichen Zugang zum Singen und Musizieren und damit zum Erleben der eigenen Stimme als ureigenes Instrument ermöglichen.

"Unser Weg!" lautet das Motto des mehrteiligen Konzeptes, das die Kriterien Qualität, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit erfüllt. Dazu zählen Fortbildungen für Studierende an Fachakademien für Sozialpädagogik mit dem Berufsziel des Erziehers, für Lehrkräfte an Grund-, Förder- und Mittelschulen sowie Förderprogramme für Jugendliche aller Schularten, die ihre musische Begabung auf dem Versuchsfeld der Ensembleleitung und des Chorgesangs unter Gleichgesinnten erproben wollen.
 
 

Wie es dazu kam

Musikalische Bildung ist für die Entwicklung des heranwachsenden jungen Menschen wesentlich und unverzichtbar. Vor allem die frühzeitige Heranführung und Auseinandersetzung mit der kulturellen Musiktradition schärft den Kulturverstand des Heranwachsenden. Dies gelingt durch eigenes Tun und Erleben mit anderen zusammen. Dafür gibt es viele gute Ideen und Initiativen in Bildungseinrichtungen sowie Vereinen, Institutionen und Verbänden der Musikkultur in Bayern.

Um Kontinuität, Qualität, Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit ging es, als das „Netzwerk Musik in Bayern“ 2008 mit Unterstützung des damaligen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst installiert wurde. Zunächst festgelegt auf eine zweijährige Dauer wurde das „Netzwerk Musik in Bayern“ beauftragt, Qualifizierungsmaßnahmen zur Förderung musikalischer Bildung zu entwickeln und diese pilotartig zu erproben.

Mit der Organisation und Durchführung des Projekts wurde die Bayerischer Musikrat Projekt GmbH unter der Geschäftsführung von Jürgen Schwarz beauftragt. Vom Präsidium des Bayerischen Musikrates kam die Empfehlung, das Pilotprojekt unter Berücksichtigung des Staatsgebietes und der strukturellen Gegebenheiten vorerst in einem regional begrenzten Gebiet umzusetzen. Aufgrund der bereits bestehenden Vernetzung wichtiger Partner, der Regierung von Schwaben, dem Chorverband Bayerisch-Schwaben und der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, wurde der Regierungsbezirk Schwaben als Pilotgebiet ausgewählt. In kurzer Zeit entwickelte sich aus dem Pilotprojekt ein aktives und erfolgreiches Netzwerk, dessen Impulse für eine nachhaltige und zukunftsorientierte musikalische Ausbildung weit über die Grenzen Schwabens hinaus ausstrahlten.

Unter anderem trug dieser Erfolg dazu bei, dass am 1. September 2011 eine Arbeitsgemeinschaft, zusammengesetzt aus den Bayerischen Staatsministerien für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, für Unterricht und Kultus, und für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie dem Bayerischen Musikrat, die Bayerische Landeskoordinierungsstelle Musik (BLKM) gründete.

Nach dem Vorbild des „Netzwerk Musik in Bayern“ bildet die Kooperation mit Partnern, die Good-Practice-Beispiele entwickeln und durchführen, ein wichtiges Aufgabenfeld der BLKM. Hier knüpft das „Netzwerk Musik in Schwaben“ an. Als Nachfolgeeinrichtung des „Netzwerk Musik in Bayern“ setzt das „Netzwerk Musik in Schwaben“ die Entwicklung und Durchführung musikbildender Maßnahmen und Kooperationen im Regierungsbezirk Schwaben nachhaltig und praxisorientiert fort. Die Erfahrungswerte und inhaltlichen Konzepte aus dem „Versuchsgebiet Schwaben“ werden über die BLKM auf Landesebene zur Verfügung gestellt. Die Projekte in Trägerschaft der Bayerischer Musikrat Projekt GmbH werden je nach Zuständigkeit von den Staatsministerien für Wissenschaft und Kunst sowie Unterricht und Kultus gefördert.

Das Ziel

Das Modell im Film

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