Unverzichtbar für die Kultur in Bayern und den einzelnen Bürger

08.07.2014

16 Chöre und Musikvereine zeichnete Staatssekretär Bernd Sibler am Freitag in einer Feierstunde im Kloster Metten mit der Zelter- oder Pro-Musica-Plakette aus. „In der rückläufigen Zahl der Plakettenempfänger spiegelt sich die Geschichte wieder“, so Sibler. 100-jähriges Bestehen bildet die Voraussetzung für den Erhalt der Auszeichnung. Siebler: „Der Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren bremste die Gründungsaktivitäten spürbar, aber nicht gänzlich. Das zeigt, wie stark aktives Singen und Musizieren in Bayern verwurzelt sind.“

Musik offenbart ungeahntes, außergewöhnliches Talent. Mit dieser Feststellung begrüßte Abt Wolfgang die Festgäste zur Verleihung der Zelter- und Pro-Musica-Plaketten im Kloster Metten kurz nach dem Sieg im WM-Spiel Deutschland-Frankreich, und fügte hinzu, dass dies auch für den Sport gelte. BMR-Präsident Dr. Thomas Goppel knüpfte daran an, in dem er unterstrich: „Vereinsarbeit ist mehr als jede Woche dafür zu sorgen, dass die Probe zustande kommt und Noten auf dem Pult liegen. Musikvereine und Chöre schaffen Möglichkeiten, überhaupt erst einmal zu erleben, welche Musik es gibt, und noch viel mehr, dass es für jeden möglich ist, ein Instrument zu erlernen oder seine Stimme zu bilden, um selbst aktiv Musik zum Klingen zu bringen.“ Auf diese Weise wird entdeckt, was vielleicht nie zum Vorschein kommen würde. Abt Wolfgang: „Wir erleben es in unserer Schule immer wieder, dass Lehrer ihre Meinung über den einen oder anderen Schüler plötzlich komplett auf den Kopf gestellt sehen, wenn ein bis dahin eher wenig begabter Schüler plötzlich außergewöhnliche Talente im musikalischen, kulturellen oder sportlichen Bereich präsentiert.“

Als „maßgebliche Grundlagenarbeit mit hoher Verantwortung“ bezeichnete Staatssekretär Bernd Sibler dieses kontinuierliche Wirken der Musikvereine und Chöre und betonte, dass sie damit nicht nur die kulturelle Identität sicherten, sondern „elementarer Bestandteil unserer Kultur und Identität sind!“ Hinzu komme die herausragende Bedeutung der Musik für die Persönlichkeitsentwicklung des Heranwachsenden. Sibler: „Musikalisches Können vermittelt Selbstbestätigung. Gemeinsames Musizieren stärkt das Verständnis füreinander jeden Alters und jeder Herkunft und das Miteinander in der Gemeinschaft.“ Die gesellschaftliche Bedeutung der Musikvereine und Musikverbände sei daher „im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbare Arbeit!“ Umso wichtiger sei es, so Sibler abschließend, dass der Freistaat den ehrenamtlichen Einsatz nicht nur ideell, sondern auch finanziell fördert.

Die Zelter-Plakette für mindestens 100 Jahre aktive Vereinstätigkeit in Bayern erhielten in diesem Jahr der Gesangverein „Frohsinn“ Gebsattel e.V., der Gesangverein Geroldshausen 1914, der Gesangverein Hallerndorf, der Gesangverein Schalkhausen e.V., der Gesangverein Sickershausen 1914 e.V., der Liederkranz Baar e.V., die Liedertafel Allach - Singkreis Allach, der Männergesangverein Harmonie Thalmannsfeld e.V., der Männergesangverein Liederkranz 1914 Ettleben e.V., der Männergesangverein Mantel 1914, der Männergesangverein Stiefenhofen e.V., der MGM 1889 Gemischter Chor Geltendorf und der Sängerbund Gössenheim. 

Die Pro-Musica-Plakette für mindestens 100 Jahre aktive Vereinstätigkeit in Bayern erhielten in diesem Jahr der Evangelische Posaunenchor Wildenreuth, die Musikkapelle Sibratshofen e.V. (Oberallgäu), die Stadtkapelle Scheinfeld und die Stadtkapelle Tirschenreuth.

Musikalische Glanzpunkte zum Festakt im Kloster Metten setzten das Nürnberger Akkordeon-Ensemble unter der Leitung von Marco Röttig, die Zither-Spielerin Claudia Höpfel Weinzierl und der Kammerchor der städtischen Musikschule Landshut. 

Jedes Jahr verleiht der Bundespräsident in einer zentralen Feier im Frühjahr stellvertretend für alle Plakettenempfänger die Auszeichnung an je einen Chor und einen Musikverein. Die Verleihung an alle Plaketten-Empfänger findet in den jeweiligen Bundesländern zu einem späteren Zeitpunkt statt. Organisator der Plaketten-Verleihung in Bayern ist das Referat Laienmusik im Bayerischen Musikrat. 

1956 stiftete der damalige Bundespräsident Theodor Heuss die Zelter-Plakette, um Chöre für ihre kontinuierliche Pflege des Liedes und des kulturellen Lebens auszuzeichnen. Bundespräsident Heinrich Lübke zog 12 Jahre später nach, als er beschloss, auch den volksbildenden Einsatz der Musikvereine und Blaskapellen mit einer eigene Auszeichnung, der Pro-Musica-Plakette, zu würdigen.

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