HIlfsprogramm Laienmusik Bayern

Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
PRESSESTELLE
Zahlen und Fakten zum Hilfsprogramm Laienmusik in Bayern
(Stand 30.06.2020)

Kunstminister Bernd Sibler betont: „Die Laienmusikkultur ist mehr als nur bloßes Musizieren. Sie ist gelebte Gemeinschaft sowie fester Bestandteil des bayerischen Lebensgefühls und Selbstverständnisses. Sie verbindet die Menschen und trägt mit ihren Chören, Orchestern und Ensembles zum gesellschaftlichen
Zusammenhalt bei.“

Durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten die musikalischen Aktivitäten stark reduziert werden. Viele Laienmusikvereine geraten dabei in finanzielle Schwierigkeiten, da viele Zahlungen weiterlaufen, während fest eingeplante Einnahmemöglichkeiten durch das Veranstaltungs- und Auftrittsverbot entfallen. Daher hat der Ministerrat am 26.05.2020 beschlossen, die Laienmusik mit einem Programm im Umfang von 10 Millionen Euro zu unterstützen.

In Abstimmung mit dem Bayerischen Musikrat (BMR) wurde ein vereinfachtes Antragsverfahren entwickelt, das eine Förderung bis zu einem Betrag von 1.000 Euro pro Verein und bis zu 500 Euro pro weiterem Ensemble zusätzlich ermöglicht. Als Grundlage dienen die bestehenden Laienmusikförderrichtlinien.
Der Vollzug erfolgt über den BMR sowie die Laienmusikdachverbände.

Für die Umsetzung des Hilfsprogramms Laienmusik gelten folgende Eckpunkte:

  • Antragsberechtigt sind Laienmusikvereine, die in einem der Laienmusik - Dachverbände Mitglieder sind; keine Förderung von kommunalen und kirchlichen Einrichtungen, Schulchören und - orchestern sowie Vereinen / Ensembles, die nicht in Laienmusikverbänden Mitglieder sind
  • Projektförderung im Rahmen einer Erweiterung der bestehenden Förderrichtlinien Laienmusik: Reguläre Laienmusikförderrichtlinie stellt auf musikalische Aktivitäten mit überregionaler Bedeutung ab; dies wird im Rahmen des Hilfsprogramms aufgrund der coronabedingten Einnahmeausfälle und der Einschränkungen überregionaler Veranstaltungen erweitert auf örtliche Aktivtäten der Laienmusikvereine
  • Fördergegenstand sind musikalische Aktivitäten der Vereine wie Konzerte einschließlich GEMA-Kosten, Ausbildungskosten des musikalischen Nachwuchses, Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen (anstelle von Honoraren für Ensembleleiter), Kosten der Ensembleleiter, musikalische Aushilfen, besondere Maßnahmen aufgrund von Schutz- und Hygienekonzepten, Noten- und Instrumentenbeschaffungen
  • nicht gefördert werden können laufende Vereinsausgaben (z.B. Mieten)
  • Laufzeit: 15.03.2020 bis 31.12.2020
  • Förderumfang: nach Bedarf bis zu 1.000 Euro pro Verein zzgl. bis zu 500 pro weiterem Ensemble
  • vereinfachtes Antragsverfahren mit Verwendungsbestätigung
  • Die Mittel werden den Laienmusikverbänden vom Ministerium über den Bayerischen Musikrat zur Verfügung gestellt. Antrags- und Bewilligungsstellen sind die Dachverbände der Laienmusik.

 

Hinweis zur Antragsstellung

Die Antragsformulare werden durch den jeweiligen Laienmusikverband zur Verfügung gestellt und sind von den antragsberechtigten Vereinen bei ihrem Laienmusikverband einzureichen.

Wir haben für Sie im Anschluss wichtige Fragen mit den entsprechenden Antworten zum Hilfsprogramm aufgelistet.

FAQ zum HIlfsprogramm laienmusik in bayern

Alle Laienmusikvereine mit Sitz in Bayern, die gemeinnützig tätig und Mitglied in einem Laienmusikverband sind.

Nicht antragsberechtigt sind lose Zusammenschlüsse von Musikern, Volksmusikensembles ohne Vereinsstatus oder Mitgliedschaft in einem Laienmusikverband, kommunale und kirchliche Einrichtungen sowie Schulchöre und -orchester.

Antragsberechtigt sind auch Musikschulorchester/-chöre mit Mitgliedschaft in einem Laienmusikverband, wenn deren Träger ein gemeinnütziger Verein ist.

Einen Stichtag gibt es nicht. Auch Neumitglieder können in den Genuss von Leistungen dieses Hilfsprogramms kommen.

Bei diesem Hilfsprogramm handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Freistaates, auf die kein Anspruch besteht.

Fördergegenstand sind musikalische Aktivitäten der Vereine ab dem 15. März 2020, für die nicht bereits aus anderen Förderprogrammen des Freistaats – wie z.B. Noten- und Instrumentenzuschüsse, staatlich anerkannte Dirigenten/Chorleiter, Förderung internationaler Begegnungen von Laienmusikensembles – Zuschüsse beantragt oder gewährt wurden.

Die Kosten für Dirigenten/Chorleiter, die über eine staatliche Anerkennung (oder eine mind. gleichwertige Qualifikation) verfügen, können beim Hilfsproramm nur angesetzt werden, soweit sie den Gesamtbetrag von 880 € im Jahr 2020 übersteigen.

Zu musikalischen Aktivitäten der Vereine zählen Konzerte einschl. GEMA-Kosten (ggf. anteilig), Ausbildungskosten des musikalischen Nachwuchses, Übungsleiter und Ehrenamtspauschalen (anstelle von Honoraren für Ensembleleiter), musikalische Aushilfen, besondere Maßnahmen aufgrund von Schutz- und Hygienekonzepten, Kosten der Ensembleleiter, Noten- und Instrumentenbeschaffungen.

Die in diesem Zeitraum für diese musikalischen Aktivitäten erzielten Einnahmen reduzieren den Zuschussbedarf.

Für die Ermittlung des Zuschussbedarfs können die Kosten des Hauptensembles und der weiteren Ensembles zusammengezählt werden.

Bei Kosten für Noten- oder Instrumentenbeschaffung kann der Verein entscheiden, ob er eine gesonderte Förderung beim Laienmusikverband beantragt oder diese Kosten beim Hilfsprogramm geltend macht.

Kosten für Instrumentenbeschaffung können beim Hilfsprogramm nur angesetzt werden, wenn der Verein selbst Käufer der Instrumente ist.
Angesetzt werden können hier auch Kosten für die Generalüberholung von Vereinsinstrumentarium.

Kosten die vor dem 15. März 2020 entstanden sind dürfen aus dem Hilfsprogramm nicht gefördert werden.

Nicht gefördert werden können laufende Vereinsverwaltungsausgaben wie Mieten für Proberäume, Gebäudebewirtschaftungskosten, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge und Sitzungen.

Ebenfalls nicht gefördert werden können Kosten, für die aus anderen Förderprogrammen Zuschüsse beantragt werden oder wurden, z.B. für Noten und Instrumente.

Bei Kosten für Noten- oder Instrumentenbeschaffung kann der Verein entscheiden, ob er eine Förderung aus dem allgemeinen Staatszuschuss beim Laienmusikverband beantragt oder diese Kosten beim Hilfsprogramm geltend macht.

Die Kosten für Dirigenten/Chorleiter, die über eine staatliche Anerkennung (oder eine mind. gleichwertige Qualifikation) verfügen, können beim Hilfsproramm nur angesetzt werden, soweit sie den Gesamtbetrag von 880 € im Jahr 2020 übersteigen.

Jeder Verein muss eine Eigenbeteiligung von mindestens 10 % der Kosten erbringen, das sieht das Zuwendungsrecht zwingend vor.

Beispiel: Liegen die Gesamtkosten für musikalische Aktivitäten bei 1.000 € würde sich die Förderhöhe auf höchstens 900 € belaufen können; der Differenzbetrag von 100 € (10 %) wäre aus Eigenmitteln zu erbringen.

Neben dem Hauptensemble (Chor, Orchester) kann eine Förderung für weitere Ensembles des Laienmusikvereins beantragt werden, vorausgesetzt das weitere Ensemble ist beim Laienmusikverband gemeldet.

Weitere Ensembles können z.B. Frauenchor, Männerchor, Kinderchor und Jugendorchester sein. Keine Ensembles im Sinne dieser Definition sind reine Ausbildungsgruppen oder musikalische Früherziehung.

Das Hilfsprogramm „Laienmusik in Bayern“ läuft einmalig vom 1. Juli – 31. Dezember 2020 und umfasst die Ausgaben für musikalische Aktivitäten, die im Zeitraum ab dem 15. März bis zum Jahresende 2020 anfallen werden (Kostenschätzung zulässig). Im Nachgang der Förderung ist bis zum 31. März 2021 beim Laienmusikverband eine Verwendungsbestätigung abzugeben.

Aber: Eine Antragstellung ist nur bis 31. Oktober 2020 möglich.

Die Antragstellung ist ab 1. Juli bis zum 31. Oktober 2020 unmittelbar beim Laienmusikverband mittels entsprechendem Antragsformular möglich.

Nach der Antragsfrist (31. Oktober 2020) eingehende Anträge werden beim Hilfsprogramm nicht mehr berücksichtigt (Ausschlussfrist)!

Die Förderanträge für das Hilfsprogramm Laienmusik in Bayern sind unmittelbar beim jeweiligen Laienmusikverband, bei dem der Verein Mitglied ist, einzureichen. Bei Mitgliedschaft eines Chores oder eines Orchesters in mehreren Laienmusikverbänden müssen Sie sich entscheiden, wo Sie den Antrag einreichen.
Verfügt ein Verein über einen Chor und ein Orchester und sind diese jeweils in einem
anderen Laienmusikverband organisiert, müssen Sie sich ebenfalls entscheiden, wo der Antrag eingereicht wird.

Ist ein Ensemble in mehreren Laienmusikverbänden Mitglied, kann der Förderantrag nur bei einem Verband eingereicht werden, wobei der Verein hierbei die Wahl hat. Gleiches gilt auch, wenn ein Verein über einen Chor und ein Orchester verfügt.

Die Förderhöhe bemisst sich am Zuschussbedarf (siehe unter „Welche Kosten können gefördert werden“) und liegt bei höchstens 1.000 € pro Verein. Sofern der Verein neben dem Hauptchor/-orchester noch über weitere (dem Laienmusikverband gemeldete) Ensembles verfügt, erhöht sich die Förderung um jeweils bis zu 500 €.

Für die Antragstellung reicht der sorgfältig (und vollständig) ausgefüllte Förderantrag. Auf Verlangen müssen dem Laienmusikverband die zur Aufklärung des Sachverhalts und zur Bearbeitung des Antrags erforderlichen Unterlagen und Informationen unverzüglich zur Verfügung gestellt werden.

Alle vollständig eingereichten Förderanträge werden von den Laienmusikverbänden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Ist die Antragsbearbeitung abgeschlossen, erhalten Sie vom Laienmusikverband ein Schreiben mit der entsprechenden Förderentscheidung und im Anschluss daran werden auch die Mittel auf das angegebene Konto überwiesen.

Bei Änderung von entscheidungserheblichen Daten (Antragsteller, Bankverbindung, Zuwendungsbedarf) ist der Laienmusikverband unverzüglich zu unterrichten.

Im Anschluss an die Förderentscheidung und Auszahlung der Mittel ist die ordnungsgemäße Verwendung des Zuschusses mit einer Verwendungsbestätigung gegenüber dem Laienmusikverband zu erklären. Diese Verwendungsbestätigung ist bis spätestens 31. März 2021 abzugeben, andernfalls sind die Mittel des Hilfsprogramms zurückzuzahlen.

Belege und sonstige Unterlagen sind 10 Jahre aufzubewahren. Auf Verlangen sind diese dem Laienmusikverband vorzulegen. Gleiches gilt für den Fall einer nachträglichen Prüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der Zuschussmittel durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst oder den Bayerischen Obersten Rechnungshof.

Ändert sich nach der Förderentscheidung der Förderbedarf, weil Ausgaben nur in geringerem Umfang entstehen oder weil weitere Einnahmen hinzukommen, die den Förderbedarf reduzieren, reduziert sich auch die Fördersumme entsprechend. Der Differenzbetrag muss dem Laienmusikverband zurückerstattet werden.

Gleiches gilt, wenn sich bei einer nachträglichen Prüfung herausstellt, dass der Zuschussbedarf geringer war oder der Antragstellung unrichtige Angaben zugrunde lagen oder die Verwendungsbestätigung nicht abgegeben wird.

Bei einem Ensemble im Sinne des Förderprogramms handelt es sich um einen feststehenden Klangkörper (keine temporären Zusammenschlüsse von Musikern für punktuelles gemeinsames Musizieren), das von einem feststehenden Ensembleleiter geleitet wird. Das Ensemble muss dem Verband bereits vor dem Start des Förderprogramms gemeldet gewesen sein.