Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates, zieht vor der Sommerpause eine vorläufige Bilanz der aktuellen Situation in der Corona-Krise und der bisher getroffenen Maßnahmen für die Musik:

Die durch Sars-CoV-2, das Corona-Virus, verursachte Krise hat uns alle wie die gesamte Welt unerwartet und alles Andere als vorbereitet getroffen. Die deshalb für die Gesundheit der Menschen notwendigen, strengen Schutzmaßnahmen haben zu massiven Veränderungen im Musikleben auch im Freistaat geführt. Als bayerischer Musik-Dachverband hat der Bayerische Musikrat mit großem Verständnis die Schutzmaßnahmen vom Start an mitgetragen. Nach einer angemessenen Zeit und mit wachsenden Erfahrungen im Umgang mit dem Virus haben wir aber auch darauf gedrängt, die zunächst notwendige komplette Schließung von Musikstätten zu hinterfragen: die vollständige Aussetzung des musikalischen Betriebs bei Profis und Laien musste sich als verantwortbar erweisen und eine behutsame Wiedereröffnung ins Auge gefasst werden. Dabei hatten wir manche Meinungsverschiedenheit mit den verantwortlichen Entscheidern zu bereden und zu beseitigen, bevor wir zu Kompromissen fanden, mit denen beide Seiten auf dem Weg der Rückkehr zu einer vertretbaren Normalität  leben mochten (und können). Effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die da entstanden und vertieft worden ist, lässt mich (auch in Ihrer Aller Auftrag) bei der Staatsregierung heute Dank sagen, insbesondere bei den Ministern und Mitarbeitern in den Ministerien für Wissenschaft und Kunst, Unterricht und Kultus, Gesundheit und Pflege und in der Koordination der Bayerischen Staatskanzlei, dort Staatsminister Florian Herrmann. Sie alle waren in diesem schwierigen halben Jahr enorm gefordert, haben ein außergewöhnliches Pensum geschafft. Mit uns, den Betroffenen und unseren vielen Akteuren an der Spitze haben sie verlässliche Wege für das Wiederaufleben des Musikbetriebs in Bayern gefunden.
 
Damit die Musik in Bayern mit möglichst wenigen Einschränkungen und Auflagen weiterleben, unseren Werk- und Feiertag weiter bereichern kann, suchen wir jetzt und nach der Sommerpause nach Lösungen für das Musizieren im Herbst und Winter, dann eben auch in geschlossenen Räumen. Wir wissen um und bauen (auch im coronafreien Übungs- und Auftrittsalltag) auf die der Musik zu Recht nachgesagte notwendige Disziplin, eine, die Profis und Laien jetzt schon bei der Umsetzung und Einhaltung von Hygienekonzepten praktizieren und beweisen. Da nicht nachzulassen, noch einen zusätzlichen Akkord zu finden, wird wichtiger Teil der Lösungen sein. Die letzten Gespräche, insbesondere mit „unserem Minister“ mit Bernd Sibler, lassen mich optimistisch auf den Herbst sehen – dann hoffentlich wieder mit viel Musik in und für alle Regionen Bayerns, besonders auch in den Schulen, im Unterricht und im eigenen instrumentalen Training an den Musikschulen. Alle die, die für unser Anliegen, die empfindlichen Saiten des Zusammenlebens zu aktueller Harmonie zusammen zu führen, in den Sommerwochen diesen Jahres mit Überzeugungskraft am Werk waren, werden erneut gefordert sein. Wer wie unsere SängerInnen und InstrumentalistInnen daran gewöhnt ist, aufeinander zu hören, hat in dem neuen Spiel, das wir zu intonieren gezwungen sein werden, „gute  Karten“. – Auf geht`s im Herbst!

Auf ein Neues mit Ihnen allen freut sich nicht nur unser Präsidium

und vorneweg
Ihr
Dr. Thomas Goppel

 

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