Kulturschaffende brauchen ein Signal

BMR Präsident Thomas Goppel appelliert in einem offenen Brief an Ministerpräsident Söder, bei den morgigen Corona-Beratungen auch die Kultur einzubeziehen.

Der BMR bittet – nicht zuletzt wegen der Kulturzuständigkeit der Länder – den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, die Runde daran zu erinnern, dass auch Kulturbetriebe und ihre Aktivisten allein und im Verbund zu den produktiven Kräften unserer Gesellschaft gehören: Auch sie wollen Corona zum Trotz im möglichen Umfang im Einsatz und effektiv tätig bleiben. Wenn jetzt erste Läden Öffnungszeiten kriegen, die Kleinen unter den Schüler*innen wieder unterrichtet sein können, dann wird auch musisch Schritt für Schritt (Ton für Ton) wieder darauf geachtet sein müssen, zum Ertrag wirtschaftlicher Prozesse zusätzlich etwas für die Stimmung, „fürs Herz“ zu tun. Der alte Satz gilt auch heute: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein.“

Auch wir im Musikrat wissen, dass für die morgigen Überlegungen maßgeblich sein wird, was für systemrelevant gehalten wird. Klar: Davon hängt das Überleben zahlreicher Betriebe ab. Ebenso zählt aber auch die Kultur mit ihren großen Verästelungen in die Musik hinein dazu. Auch die Amateurmusik, die freie Musikszene und die Musikpädagogik sind unverzichtbare Lebensquellen.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie kreativ Kulturschaffende dazu beitragen, der Corona-Krise mit Geduld und Toleranz zu begegnen. Jetzt, wenn die politisch Verantwortlichen zusammenfinden, bedarf es auch der Signale gegenüber den Kulturschaffenden. So bitten wir alle, die Kultur und insbesondere die Musik als Ausgleichsquelle für das Arbeitsleben bei den morgigen Beratungen („nicht nur im Kulturstaat Bayern!“) mit einzubeziehen.

Dr. Thomas Goppel
Präsident

 

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