Sendeplätze für die Laienmusik: Appell der Konferenz der Landesmusikräte

Am 14. und 15. Februar tagten die Konferenz der Landesmusikräte und die Geschäftsführung des Deutschen Musikrats im Kölner Funkhaus. Die Präsidenten, Geschäftsführer und geladene Experten der Musikräte beschäftigten sich u.a. mit der Laienmusik bzw. Amateurmusik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Vier Kurzvorträge führten in die Diskussion ein. WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber und BR-Redaktionsleiter Stephan Ametsbichler erläuterten ein breites Portfolio an Sendeplätzen und -formaten, die Laienmusik in die Öffentlichkeit tragen. Neben dem WDR steht vor allem der Bayerische Rundfunk mit einer breiten Palette regelmäßiger Sendungen und Übertragungen vorbildlich dar, während es in anderen Programmen der ARD durchaus düster aussieht.

Regina van Dinther, Präsidentin des Chorverbands NRW, und Peter Stieber, Präsident des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz, skizzierten dann die Erwartungen und das Potential der Laienmusik. Nicht nur habe die Laienmusikszene qualitativ sehr viel Sendefähiges zu bieten, sie stehe auch für die kulturelle Identität des jeweiligen Landes, die sich im Rundfunk wiederfinden müsse. Auch sei die Zahl der Menschen, die laienmusikalisch engagiert sind, sehr groß, womit die Sender ein sehr großes Hörerpotenzial hätten, auf das sie intensiver zugehen könnten.

Stephan Ametsbichler vom BR stellte klar, dass dieses Hörerpotential aber aktuell noch ausbaufähig sei. Auch decke sich der Wunsch mancher Laienmusiker, die Musik „eins zu eins“, beispielsweise als reine Konzertübertragungen anzubieten, nicht mit den Wünschen der Hörer. Vielmehr seien kreative neue Formate nötig, um das Publikum bei „Zappen“ auf dem Sendeplatz zu halten.

Nach der einstündigen Diskussion beschloss die Konferenz der Landesmusikräte am zweiten Konferenztag einen öffentlichen Appell an die Intendantinnen und Intendanten der ARD.

Etienne Emard (LMR RLP) und Robert v. Zahn (LMR NRW), red. Bearb.: Karin Rawe (BMR)

Sendeplätze für die Amateurmusik

Appell der Konferenz der Landesmusikräte an die Intendantinnen und Intendanten der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland

Die Konferenz der Landesmusikräte fordert die Intendantinnen und Intendanten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland auf, kontinuierliche feste Sendeplätzen für die Amateurmusik zu schaffen und die dafür notwendigen personellen sowie finanziellen Ressourcen den Redaktionen zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist eine nachhaltige Abbildung der von mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland praktizierten Amateurmusik. Die Landesmusikräte sowie die unter deren Dach organisierten Musikverbände und Institutionen stehen bei der inhaltlichen Ausgestaltung als Gesprächspartner in ihren jeweiligen Sendegebieten zur Verfügung.

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