Leise Schritte auf knarzendem Parkett, konzentriertes Atmen, fließende Bewegungen: Die zweite Arbeitsphase stand ganz im Zeichen der Verbindung von Körper und Klang. Was den Bayerischen Landesjugendchor in diesem Jahr besonders auszeichnet, ist die Zusammenarbeit mit einem professionellen Choreographen: Gabriel Galindez Cruz – Tänzer, Choreograph und Tanzpädagoge aus Berlin, Leiter der Kinder- und Jugendtanzcompany von Sasha Waltz & Guests und Schöpfer von Choreographien für Konzert, Tanztheater, Musical und Oper – bereitete die jungen Sängerinnen und Sänger bereits am Morgen auf die Bewegungssprache seiner Choreographie vor, bevor Franziska Kuba die musikalische Arbeit aufnahm und beide Ebenen nach und nach zusammenführte.
Das Programm der Arbeitsphase war dicht und vielseitig: Neben den gemeinsamen Chorproben fanden individuelle Stimmbildung, die Einstudierung von Arien – teils mit szenischen Elementen – sowie Einzelproben mit Korrepetitoren statt. Ergänzt wurde das musikalische Arbeiten durch Unterricht in Musiktheorie und Gehörbildung; für Studieninteressierte stand zudem ein eigenes Repetitorium auf dem Programm.
Viele der vollgepackten Tage mündeten in einen Aufführungsabend – ob mit formal einstudierten Darbietungen oder chorintern geplanten Vorführungen. Den krönenden Abschluss bildete am vorletzten Abend das interne Werkstattkonzert mit einer nahezu vollständigen Aufführung des Konzertprogramms.
Trotz des hohen musikalischen Anspruchs und des eng getakteten Ablaufs fanden die Teilnehmenden Raum für geselliges Miteinander. Auch in dieser zweiten Arbeitsphase wuchsen sie weiter zu einem Ensemble zusammen – und verabschiedeten sich am Ende der intensiven Woche herzlich und mit großer Vorfreude auf die nächste Begegnung.
Der Bayerische Landesjugendchor ist das Spitzenprojekt des Bayerischen Musikrats für junge Sängerinnen und Sänger: Alljährlich kommen die talentiertesten Chorsängerinnen und -sänger aus ganz Bayern zusammen, um in mehreren Arbeitsphasen ein anspruchsvolles Programm einzustudieren und auf höchstem Niveau zur Aufführung zu bringen.
Sonntag, 1. November 2026 · Großer Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater München, Arcisstraße